Jugendliche nutzen ihr Wahlrecht

 

Die Beteiligung der JungwählerInnen an Wahlen unterscheidet sich auf allen Ebenen wenig bis gar nicht von der GesamtwählerInnenschaft und zeigt die Bereitschaft der jungen Menschen an der Übernahme von Verantwortung und Teilhabe an der Gesellschaft.

 

Im Anschluss an die Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahl 2005 in Wien wurde von der Projektgemeinschaft SORA (Institute for Social Research and Analysis), ÖIJ (Österreichisches Institut für Jugendforschung) und WZW (Wissenschaftszentrum Wien) eine umfassende Nachwahlanalyse durchgeführt. Dabei zeigte sich deutlich, dass die Wahlaltersenkung das Interesse der jungen Menschen an Politik erhöht, die Jugendlichen die Demokratie ernst nehmen und verantwortungsbewusst wählen. Die Wahlbeteiligung dieser Altersgruppe entsprach mit knapp 60 Prozent der GesamtwählerInnenschaft. Ein wichtiges Ergebnis war zudem, dass begleitende Maßnahmen wie die Info-Kampagne "ich wähle" der Stadt Wien - MA 13 sowie die Aktivitäten der Vereine der Jugendarbeit, z.B. Probewahlen, die Wahlbeteiligung positiv beeinflussten.

 

Auch die Landes- bzw. Gemeinderatswahlen in anderen Bundesländern, bei denen bereits vor der Wahlrechtsreform 2007 wählen ab 16 Jahren möglich war, zeigten eine sehr hohe, der GesamtwählerInnenschaft entsprechende Wahlbeteiligung der JungwählerInnen.

 

Die erste bundesweite Wahl in Österreich mit Wählen ab 16 fand 2008 mit der Wahl des Nationalrats statt. Die Wahlbeteiligung der ErstwählerInnen betrug dabei rund 70 Prozent, während die Wahlbeteiligung insgesamt bei rund 79 Prozent lag. WählerInnenbefragungen (zum Beispiel vom Institut für Jugendkulturforschung oder von SORA) ergaben, das die Erst - und JungwählerInnen verantwortungsbewusst und kritisch sind, Vertrauen in die Demokratie haben, den politischen AkteurInnen gegenüber jedoch misstrauisch sind. Ein Rechtsruck bei den jungen WählerInnen konnte trotz deutlichem Zugewinn der rechtspopulistischen Parteien bei keiner Untersuchung bestätigt werden. Vielmehr wurde Frustration, Perspektivenlosigkeit und Protestverhalten bei den jungen Menschen aufgezeigt, was v. a. auf die sozial-ökonomischen Lage und fehlende Antworten auf soziale Fragen seitens der Politik zurückgeführt werden kann.

 

Direkte Demokratie

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Mittwoch, März 02, 2016